2021

Die inhaltliche Arbeit des Vereins unterteilt sich auch in 2021 in folgende Schwerpunkte: SchulKinoWochen Sachsen, Projekt play fair im Rahmen des Programms Weltoffenes Sachsen und den Pilotprojekten "1700 Jahre jüdische Existenz" und "Netzphänomene", Studentenkino KIK, das Kinderfilmfest KINOLINO sowie dem Internationalen Dokumentarfilmfestival ELBE DOCK .

 

1700 Jahre jüdische Existenz

Zum diesjährigen Jubiläum 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland hat sich der Objektiv e.V. mit eigenen Aktionen an diesem besonderen Deutsch-Jüdischen Jahr beteiligen. Mit sorgfältig ausgesuchten Spiel- und Kurzfilmen sowie Dokumentationen wird bewusst an die Schattenseiten und Schicksale der gemeinsamen Geschichte während des Zweiten Weltkrieges in Europa erinnert. In Workshops sowie Filmgesprächen können sich Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren dem Thema behutsam annähern. Das Projekt ist auf 1,5 Jahre ausgelegt und wird noch bis Ende 2022 laufen.

Von Juli-Dezember 2021 liefen bereits folgende Veranstaltungen:

  • 2 Tägige Weiterbildung im Internationales Begegnungszentrum Kloster Marienthal, Ostritz zusammen mit Referent:innen aus dem Objektiv e.V., Heartucate, HATiKVA e.V., Expanding fokus GmbH
  • Acht Workshops und Filmgespräche in Kooperation mit u.a. Kinder- und Jugendmuseum UNIKATUM, Initiative Tacheles Oberlausitz, Synagoge Görlitz, Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch Haus e.V.

Für 2022 sind weitere Workshops und Filmgespräche sowie eine Filmreihe im Kino im Kasten geplant.

 

Netzphänomene

Social-Media-Angebote sind aus dem Leben Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Die Vielfalt an Inhalten überfordert aber auch zunehmend. Wer steckt hinter einem Post, welche Absichten werden verfolgt und wie glaubwürdig sind Informationen?  Immer häufiger tauchen antidemokratische Influencer/-innen auf, deren Mission sich erst bei genauerer Betrachtung offenbart. Die fehlende kritische und reflektierte Auseinandersetzung stärkt die oft menschenverachtenden Positionen. Einseitigen und simple Darstellungen von komplexen Themen gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern Ausgrenzung. Dieses Problem verschärft sich in ländlichen Regionen, wo Diversität im Alltag oft fehlt.

In Workshops (WS) wollen wir film-/demokratiepädagogisch mit einer Gruppe Jugendlicher arbeiten, welche wir zu Peer ausbilden. 2021 starten wir mit Infoveranstaltungen mit 63 Schüler:innen. Diese Peers werden dann zusammen mit uns andere Jugendliche über die Gefahr unreflektierter (Bewegbilder) Inhalte im Netz aufklären. Dazu werden wir auch 2022 weiterarbeiten und ein gesondertes Projekt beantragen.

 

KINOLINO

In den Herbstferien 2021 fand vom 16. bis 31. Oktober 2021 an vielen bekannten und neuen Orten zum 28. Mal das Dresdner Kinderfilmfest KINOLINO statt. 2021 hat sich das KINOLINO erneut vergrößert. Mit dem Rundkino, Kristallpalast, UCI KINOWELT Elbe Park und der JohannStadthalle, die in diesem Jahr erstmalig dabei waren, eroberte das Filmfest immer mehr Dresdner Stadtteile und wirkt so dezentral. An insgesamt 16 Festivalorten (5 neue Orte – davon 3 Kinos) wurde den Dresdner Kinder/Jugendlichen/Familien ein vielfältiges Filmprogramm für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren präsentiert. Die Städtischen Bibliotheken haben ihr Angebot weiter ausgebaut.

Die jungen ZuschauerInnen konnten zwischen insgesamt 36 Lang- und 20 Kurzfilmen (4 Kurzfilmprogramme) wählen. Zusätzlich haben wir ein exklusives Kita- und Hortprogramm mit 3 Lang- und sechs Kurzfilmen zusammengestellt, welches bereits über separate Öffentlichkeitsarbeit den Kita- und Horten bereits IN den Sommerferien zur Verfügung gestellt wurde, damit diese Frühzeit planen und buchen können. Damit haben wir 17 Lang- und 6 Kurzfilme mehr gezeigt als 2020.

Das Programm war ein Mix aus 4 exklusiven Previews (welche bisher noch nicht im Kino liefen), aktuellen Kinofilmen und beliebten Klassikern. Filme aus dem DEFA-Archiv waren genauso darunter wie fünf verschiedene Kurzfilmprogramme. Darunter 2 Nachspielrollen aus dem diesjährigen Filmfest Dresden. Wie im vergangen Jahr gab es auch 2021 wieder einen Fokus. Das diesjährige KINOLINO rückte die Kinderrechte in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Mit UnFug und Recht“ eroberten Filmheld:innen die Leinwände, die sich für ihre und die Rechte aller Kids starkmachen. Gerade Kinder und Jugendliche sind die Leidtragenden der Situation in den letzten anderthalb Jahren. Sie haben kaum eine Stimme und keine wirkmächtige Lobby. Das betrifft viele Bereiche – vom Umweltschutz über die Bildung bis zur politischen Einflussnahme. Das 28. KINOLINO möchte dafür das Bewusstsein schärfen und vielleicht sogar Anstöße für Lösungen geben. 11 Fokusfilme wurden dafür ausgewählt.

https://kinolino.de/

 

Die KINOLINO-Jury

Die KINOLINO-Kinderjury bestand aus einer Gruppe von zehn Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren, die sich ausgewählte Filme in allen Filmfeststandorten anschauten und anschließend anhand selbst erarbeiteter Sichtungskriterien bewerteten.

Die Jurymitglieder hatten sich im Vorfeld in den Sommerferien eine Woche lang zu einem Workshop zusammengefunden, um sich – angeleitet von zwei Medienpädagog*innen – auf ihre Jurytätigkeit vorzubereiten. Außerdem bereiteten sie die Preisverleihung vor und entwarfen gemeinsam mit einer Grafikerin das Plakat dafür und beschäftigten sich inhaltlich mit dem Jahresfokus KINDERRECHTE. Während der zwei KINOLINO-Wochen in den Herbstferien sichteten sie 10 verschiedene aktuelle Kinderfilme und bewerteten diese nach vorher festgelegten Kriterien.

 

Projekt „Abgedreht“ - Kinderrechte auf der Leinwand“

6 Junge Filmemacher:innen haben sich im Sommer 2021 Gedanken zu Kinderrechten gemacht, Ideen für Geschichten gesammelt, Drehbücher geschrieben, gespielt, gedreht, geschnitten und vor allem viel Spaß gehabt. Der fertige Film lief beim KINOLINO - Dresdner Filmfest für junges Publikum und wurde bereits zum Weltkinderrechtetag von Anke Lietzmann - Kinder- und Jugendbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden angefragt, welche zur Abschlussveranstaltung anwesend war und den Publikumspreis vergab.

 

Internationale Dokumentarfilmfestival ELBE DOCK

Das Internationale Dokumentarfilmfestival ELBE DOCK entstand anlässlich der Verleihung des Pavel-Koutecký-Preises 2007 in Ústí nad Labem in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2018 wurde die Veranstaltung auf die Stadt Dresden ausgeweitet, um seinem internationalen Charakter auch in Form der Veranstaltungsorte gerecht zu werden. Der Fokus des Festivals liegt auf Erst- und Zweitfilmen von Filmemachern aus Mitteleuropa. Im Zentrum stehen Zentraleuropa sowie die deutsche und tschechische Kultur. Das Festival fördert Kreativindustrie und gemeinnützige Plattformen aus Sachsen und der Region Ústí sowie deren Präsentation auf verschiedenen Ebenen.

Es fanden im Rahmen zum tschechischen ELBE DOCK in Dresden folgende Veranstaltungen statt:
A) Workshop: Filmsynchronisation für Erwachsene
B) Filmsichtung und Expertengespräch zum Thema: Filmsynchronisation in Deutschland und Tschechien
C) Die besten internationalen Kurzfilme im deutsch-tschechischen Kontext für Kinder
D) Die besten internationalen Kurzfilme im deutsch-tschechischen Kontext für Jugendliche
 

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes